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Parallel-Tandem-Verleih im RAZ

Wohnheim-Interview: Betreute und Freiwillige

Ruth und Adriana plaudern über ihre Erfahrungen und Erwartungen

 

23. Juli 2021
Seit wann kommen Sie ins RAZ und wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?

Adriana: Durch das Internet wurde ich im Frühling 2018 auf das RAZ aufmerksam.

 

Wie war der Start für Sie in unserem Wohnheim?

 Adriana: Nachdem ich mich telefonisch erkundigt hatte, wurde ich erst zu einem Gespräch eingeladen. Danach zu einem Nachtessen auf die Wohngruppe. Dies war ein gegenseitiges Kennenlernen und ich wurde sofort von den Betreuten, wie auch vom Team herzlich aufgenommen.

 

Waren Sie von Anfang an die Bezugsperson für Ruth?

Adriana: Mit Ruth hatte ich gleich einen guten Kontakt. Sie ist sehr schnell auf mich zugekommen. Die Chemie hat gestimmt und so freute es mich, ab sofort etwas Zeit mit ihr zu verbringen.

 

Ruth, wie gut kennen Sie Adriana? Was bedeuten Ihnen diese Besuche?

 Ruth: Ich habe Adriana von Anfang an sehr gerne gehabt! Sie nahm sich immer Zeit mir zuzuhören. Sie hat viel Geduld, Humor und Ideen. Ich freue mich immer enorm wenn sie  1x im Monat zu mir kommt und ein paar Stunden mit mir verbringt. Ich erzähle ihr Alles was mich freut oder beschäftigt. Sie ist sehr wichtig für mich. Da ich seit ein paar Jahren nicht mehr nach Hause gehen kann, sind diese Besuche für mich Abwechslung vom Heimalltag.

 

Ruth, Sie hatten vor Adriana bereits 2 freiwillige Bezugspersonen. War es schlimm, dass diese schon nach kurzer Zeit nicht mehr gekommen sind?

Ruth: Ja, ich war beide Male sehr traurig, verstand nicht genau, warum diese Frauen nicht mehr gekommen sind! Ich hatte aber das Glück, dass ich dann immer gleich eine neue Freiwillige als Bezugsperson bekommen durfte. Adriana möchte ich aber nicht mehr missen- Ich hoffe sehr, dass sie noch seeeehr lange bleibt!

 

Adriana, wie gut kennen Sie Ruth und was bedeutet Ihnen diese freiwillige Arbeit?

 Adriana: Ich kenne sie gut, da sie offen über Alles spricht was sie beschäftigt. Sie erzählt auch oft über ihre Familie und wie sie gelebt hat vor dem Heimeintritt. Die gemeinsame Zeit bedeutet mir viel! Es ist sinnvoll verbrachte Zeit und wir geniessen es gemeinsam. Ich bewundere Ruth für ihren Optimismus und ihre Fröhlichkeit.

 

Wie oft treffen Sie sich? Was unternehmen Sie zusammen?

 Adriana: Wir treffen uns regelmässig 1x im Monat, und ein Mal komme ich noch an einem Samstag oder Sonntag als Begleitung für die ganze Gruppe. Ruth weiss, dass ich dann für Alle da bin. Wir gehen spazieren, Kaffee trinken, Erdbeeren pflücken, machen Friedhofbesuche auf dem Grab ihrer Mutter, gehen shoppen oder auch mal ins Brockenhaus. 1 bis 2 Mal im Jahr machen wir einen Tagesausflug aufs Schiff oder nach Wunsch von Ruth. Einmal machten wir zusammen einen Rundflug.

 

Ruth, was unternehmen Sie am liebsten mit Adriana?

 Ruth: Sie fragt mich immer was ich machen möchte, dann sage ich meistens in ein Restaurant. Ich mache Alles gerne mit Adriana.

 

Was war Ihr schönstes Erlebnis zusammen?

Ruth und Adriana: Es gab ein paar schöne Erlebnisse und Ausflüge, aber das Speziellste war der gemeinsame Rundflug ab Bleienbach über die St. Petersinsel und retour. Ruth sass vorne beim Piloten und zeigte keine Sekunde Angst oder Unsicherheit! Adriana hingegen war ein bisschen ängstlich!

 

Wie schlimm war die Corona-Zeit? Durften Sie sich sehen? Hatten Sie sonst irgendwie Kontakt?

 Ruth: Es war für mich schlimm Adriana nicht zu sehen über eine so lange Zeit. Sie hat mir ab und zu geschrieben oder etwas geschickt. Ich hatte fast keine Geduld mehr.

 Adriana: Ich habe die Besuche vermisst, wusste auch, dass Ruth nun keine Abwechslung mehr hatte. Das hat mich beschäftigt. Ein paar Mal hat sie mir Zeichnungen geschickt.

 

Was wird das Erste sein, wenn sie sich wieder treffen dürfen? Was werden sie unternehmen?

 Ruth: Endlich einfach zusammen in ein Restaurant gehen und einander erzählen was im letzten Jahr Alles passiert ist.

 Adriana: Da werde ich Ruth fragen, einfach zusammen Zeit verbringen!

 

Ist der Wunsch da, dass es noch viele Treffen gibt?

 Ruth: Ich hoffe, dass Adriana so lange bleibt wie es möglich ist!!

 Adriana: Ich werde versuchen, diese Nachmittage immer möglich zu machen!

 

Herzlichen Dank für das offene Gespräch!

 

                                                      

 

Ruth und Adriana

 

Rundflug Adriana und Ruth in Bleienbach